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IV- Gutachter sind von allen Seiten unter Druck 


Die IV- Stellen betrachten die Gutachter als Weisungsempfänger, denen sie nach Belieben Vor-gaben machen können. Die Unabhängigkeit gegenüber der IV zu verteidigen sei eine Dauer-aufgabe. Entscheide der IV anzufechten ist sehr schwierig. Daher müssen Gutachter sehr sorgfältig vorgehen. Sie müssen völlig unabhängig urteilen, rein aus ärztlicher Sicht, hält das Gesetz fest. 

Rückfragen, die gar keine sind:  

Doch die Erfahrungen zeigten immer wieder dass IV- Stellen versuchten, Gutachter zu beein-flussen. Meist in Subtiler Form: etwa durch Rückfragen, die keine Verständisfragen seien, sondern einen Versuch darstellen, ein Gutachten zu biegen. Die IV wolle sparen, sagen Patientenanwälte, daher habe sie bei der Rentenvergabe, die Schrauben angezogen. Wer nicht offensichtlich Unheil-

bar krank sei, erhalte höchstens einen kleinen Beitrag. Damit das nicht auffalle, müssten willfährige Gutachter die Kranken gesundschreiben. Die IV-Stellen sind kleine Königreiche, die die gesetzlichen Vorgaben nach Lust und Laune  Umsetzen! 

Alle Kranken sollen Anspruch auf IV- Gelder haben: Film 4:33


Gute Ärzte würden zu selten Gutachter. Die Brache sei zu bürokratisch und wenig attraktiv. Oft landeten Zweitklassmediziner bei den (MEDAS). Wegen Personalmangel werden auch mal temporär Ärzte eingeflogen, die hiesigen Gepflogenheiten nicht kennen, so ihr Vorwurf. Auch Unternehmer mischen im Geschäft mit den Gutachten mit. Die meisten (MEDAS) sind private 

Firmen, die Gewinn machen müssen. Da kann Effizienz schon mal vor Gründlichkeit gehen und das gute Verhältnis zum Auftraggeber wichtiger sein als das Wohl des Patienten. Bis zu 90 Prozent der Aufträge stammen von der IV. Das macht die (MEDAS) abhängig. Daraus ergebe sich ein System-inhärentes Spannungsverhältnis. Widerstand komme auch von anderer Seite: 




Patientenanwälte kämpfen teilweise hart gegen die Gutachter

Die sind von allen Seiten unter Druck. Für ein Gutachten zahlt die IV im Schnitt gut 10 000 Franken. Das ist bei seriöser Arbeit nur knapp kostendeckend, denn der Aufwand steigt stetig. Seit 2003 ist das Durchschnittsgewicht der Akten pro Patient auf 2,2 Kilo gestiegen. Manche Akten umfassen 3000 Seiten, jede einzelne muss gelesen werden. Die Papiere kommen von der IV aber oft in 

chaotischen Zustand. Nur schon das Ordnen der Akte ist ein Riesenaufwand. 


Schnellschüsse sind programmiert:

Der Kostendruck begünstigt laut diversen Experten auch Schnellschüsse. In manchen Medas fällt wohl einfach der Chef den Entscheid über die Arbeitsfähigkeit der Patienten. In anderen wird er schriftlich auf dem Zirkular weg gefällt. Die Mängel im Gutachter wesen seien seit Jahren bekannt. Dennoch gebe es nur kleine Fortschritte. Es harzt auf höchster politischer Ebenen fehle der Wille, 

das Problem anzugehen. Lediglich das Bundesgericht habe die Lage verbessert etwa mit jenem Leiturteil, wonach polydisiplinäre Gutachten nach Zufallsprinzip vergeben werden müssen. 


Den Bock zum Gärtner gemacht:

Mehr Transparenz würde die Qualität der Entscheide erhöhen. Doch das Bundesamt für Sozial-versicherungen scheue sich, mehr Daten über Medas herauszugeben. Wir wissen in diesem Land, wie viele Hasen gejagt werden. Aber zu den Gutachtern gibt es kaum Zahlen. Das Bundesamt für Sozialversicherungen, bei dem die IV angesiedelt ist, sei gleichzeitig Auftraggeber und Kontroll-

instanz der (MEDAS). Da hat man den Bock zum Gärtner gemacht. Die Gutachter stellen sollten aus der Marktwirtschaft herausgelöst und zu unabhängigen stattlichen Instanzen werden wie Gerichte, fordert. Stellen Sie sich vor, die Richter müssten von der Anzahl Urteile leben, die sie auf dem freien Markt verkaufen. Statt der IV sollte eine unabhängige Stelle die Aufträge an die Gutachter zuweisen.

Das schlechte Image beschert den Medas ein weiteres Problem:

Es fehlt der Nachwuchs: