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Überforderte Beistände:


72 Kesb-Fälle begleitet ein Berufsbeistand im Durchschnitt!

Immer mehr stoßen an ihre Grenzen. Berufsbeistände treten in den schwierigsten Lebensphase auf. Wenn Kinder ihren Eltern entzogen werden müssen. Wenn Kranke oder Süchtige gegen ihren Willen in eine Klinik kommen. Wenn Senioren nicht mehr über ihr Vermögen bestimmen dürfen. Dann sollten sie ihre Mandaten beraten und vertreten. 

Es sind hochsensible Aufträge, welche die Kindes- und Erwachsenenschutz behörden (KESB) anordnen. Ausführen darf sie laut Zivilgesetzbuch nur, wer "die dafür erforderliche Zeit einsetzen kann". Doch an dieser mangelt es den Berufsbeiständen. Jeder führt im Schnitt 72 Mandate gleichzeitig. "Pro Fall bleiben nur etwa 90 Minuten im Monat". 

Das ist zu wenig, um vertieft auf die Betroffenen und ihre Bedürfnisse einzugehen. Die Berufsbeistände stoßen an ihre Grenzen. 90 Prozent gaben an, dass die Belastung im Job hoch sei. Jeder Zweite erlebte schon mehrmals übermäßige Müdigkeit oder Erschöpfung. 20 Prozent erkrankten gemäß Umfrage an einem Burnout. 



Diese Quote ist bedenklich! Wir sprechen von einem Anspruchsvollen Beruf mit sensiblen Aufgaben. Nur gesunde und motivierte Leute können diese erfolgreich erledigen!

Die Anforderungen sind auch qualitativ gestiegen:

Die Schutzmaßnahme, früher bekannt als Vormundschaft, kommt immer öfters zum Einsatz. 100 Jahre galt das Vormundschaftsrecht. Bis es 2013 durch das neue Kindes- und  Erwachsenenschutzrecht abgelöst wurde. Es soll eine möglichst hohe Selbstbestim-mung gewährleisten. Das ist sicher wünschenswert für die Mandaten. 

Aber möglich ist das nur bei einer sehr engen Begleitung. Mann müsse eine Person genau kennen, um zu wissen, was sie alleine kann und wo es welche Unterstützung braucht. Diese maßgeschneiderte Betreuung ist viel intensiver als früher. Hinzu komme die Bürokratisierung. Vieles lief in der Vergangenheit informell ab, mit einem kurzen 

Telefonat. Heute muss jede Handlung mit Einfluss auf den Mandanten genau dokumentiert sein.