Wenn sie sagen: Sie machen keine Fehler, ist das schon ein Fehler! "Wenn die Psyche uns fordert" und alles drum herum!     
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Habe ich Anspruch auf Herausgabe meiner Krankengeschichte im Original? 

Ich hatte zunehmend Schwierigkeiten mit meiner Therapeutin und habe aufgrund Differenzen die Psychotherapie beendet. Nun fühle ich mich nicht mehr wohl bei den Gedanken, dass meine ehemalige Therapeutin meine Krankengeschichte bei sich lagert. Ich habe sie deshalb um Zustellung meiner Krankengeschichte gebeten, woraufhin ich eine Kopie meiner Akten erhalten habe. Lieber möchte ich jedoch die Herausgabe meiner Krankengeschichte im Original, damit ich die mir unangenehme Angelegenheit endgültig beenden kann. Ist das überhaupt möglich?

Für alle Krankengeschichte die durch private Personen z.B. frei praktizierende Ärztinnen, Psychologinnen und Psychotherapeutinnen geführt werden, gilt das Datenschutzgesetz des Bundes (DSG). Neben dem Datenschutzrecht ist auch das kantonal geregelte Gesundheitsrecht zu beachten. Der Patient hat grundsätzlich einen Anspruch auf eine Kopie der Krankengeschichte. Von der Herausgabe pflicht ausgenommen sind persönliche Notizen der Therapeutin in Bezug auf den Patienten, die ausschließlich zum persönlichen Gebrauchs erstellt worden sind und die weder der eigentlichen Behandlung dienen noch von Außenstehenden oder Hilfspersonen eingesehen werden, z.B. reine Gedächtnisstützen. 

Das Auskunftsrecht kann zudem eingeschränkt werden, wenn schutzwürdige Interessen Dritter dies erfordern. Aus dem Datenschutzgesetz ergibt sich jedoch kein Anspruch des Patienten auf Herausgabe der Krankengeschichte im Original. Die Pflicht zur Führung einer Krankengeschichte und die Aufbewahrungspflicht sind sodann in der Kantonen geregelt. 

Das Gesundheitsgesetz des Kantons Zürich (GesG) hält z.B. fest, dass die Krankengeschichte während zehn Jahren nach Abschluss der letzten Behandlung aufbewahrt wird und dass Patienten einen Anspruch auf Herausgabe der Krankengeschichte in Kopie haben. 

Ein Anspruch auf Herausgabe der Originale besteht nicht!

Anders verhält es sich, wenn die Krankengeschichte über zehn Jahre alt ist. In der Regel besteht nach diesem Zeitpunkt keine kantonale gesetzliche Aufbewahrungspflicht mehr diese beträgt in den meisten Fällen zehn Jahren. Auch die Verjährungsfrist in Haftpflichtfällen beträgt zehn Jahren (Art. 60 Abs. 1 OR) Der Patient kann also die Herausgabe seiner Krankengeschichte im Original verlangen.

Darf ich meine Akte bei der KESB einsehen? 

Ja Einsicht in die Akten gehört zum sogenannten Recht auf Anhörung und ist in der Verfassung vorgeschrieben. Sie können die Akten in den Räumlichkeiten der Behörde einsehen. Dabei dürfen sie Notizen machen, die Dokumenten fotografieren oder auf Ihre Kosten Kopien erstellen. Allgemein gilt:

  • Alle die am Verfahren beteiligten Personen haben ein Recht auf Akten - Einsicht bei der (KESB), namentlich die betroffene Kinder, die mit dem Fall beauftragte Anwälte und Anwältinnen oder die Sorgeberechtigten. Im Ausnahmefall können auch nachstehende Personen oder Dritte das Einsichtsrecht erhalten, wenn sie ein rechtliches geschütztes Interesse am Entscheid der Behörden nachweisen können. 

Die Behörde kann Passagen einschwärzen:

Grundsätzlich soll die Akteneinsicht aber höchstens eingeschränkt und nicht ganz verweigert werden. Die einsichtsberechtigten Personen sollten mündlich oder schriftlich über den wesentlichen Inhalt eines Dokuments informiert werden, das nicht nur eingeschränkt offen gelegt wird.

  • Die Behörde kann geheim zu haltende Informationen abdecken. Ausnahmsweise kann die anwaltliche Vertretung Einsicht in eigentlich nicht freigegebene Akten erhalten sie wird dann verpflichtet, die Information nicht weiter zu geben.

Wenn das Akteneinsichtsrecht abgelehnt oder eingeschränkt wird, kann man diesen Entscheid mit einer Beschwerden anfechten. 

Allerdings:

Das Akteneinsicht recht kann eingeschränkt oder gar verweigert werden, wenn ihm überwiegende Interessen entgegenstehen. Als solche gelten eine laufende Untersuchung, ein zuwiderlaufender Verfahrenszweck, überwiegende private Geheimhaltungsinteressen: 

  • Persönlichkeitsrecht von Verfahrens beteiligten und Dritte sowie Geschäfts-, Bank und Berufsgeheimnisse oder der Schutz von Zeugen und privaten Informationsquellen. Dazu können die Interessen der betroffenen Person selbst kommen, wenn es darum geht, sie zu schützen.

Wichtig:

Wer eine Gefährdungs Meldung gemacht hat, hat nur dann ein Akteneinsicht, wenn er auch am Verfahren beteiligt ist. 

Polizeieinsatz bei FU - Ist dieses Normal?

Kürzlich bin ich per Fürsorgerische Unterbringung (FU) in die Klinik eingewiesen worden. Die Umstände, unter denen Polizei dieser (FU) umsetzte, lassen mir keine Ruhe und ich suche nach einer Möglichkeit, mich nachträglich dagegen zu wehren. Ich leide seit längerem unter immer wiederkehrenden depressive Episoden mit Suizidgedanken. Während einem Besuch beim Psychiater äußerte ich mich auch dahingehend das ich mir aktuell wieder vermehrt überlege, meinem Leben ein Ende zu setzen.

Ich wollte jedoch nicht in eine Klinik, obwohl mir dies mein Psychiater nahelegte. Ich ging also wieder nach Hause und zog mich in mein verdunkeltes Schlafzimmer zurück, um einfach alleine zu sein. In der Nacht, so gegen 01.30 Uhr polterte die Polizei die sich laut rufend als solche zu erkennen gab, an meine Tür fordern mich auf diese sofort zu Öffnen. Ich erschrak und reagierte zunächst nicht. Das Poltern ging weiter. Ich rief man sollte mich in Ruhe lassen, da ich alleine sein möchte. Nach kurzer Zeit standen etwa acht Polizisten in Begleitung eines Notfallpsychiater in meiner Wohnung. Meine Haustüre hatten sie aufgebrochen. Wie es erscheint wurden auch die Nachbarn "mobilisiert": Sie standen vor dem Haus als die Polizei mich im Schlafanzug, ohne Schuhe in Handschellen abführte. Für mich war dies ein Horror Erlebnis. Ist ein solcher Umgang mit einem Menschen in einer psychischen Krisensituation normal? 

Die Art und Weise eines solchen Einsatzes erschreckt mich auch und erscheint mir unverständlich:

Leider kommt es bei (FU) nach wie vor immer wieder zu solchen Unverhältnismäßiger Polizeieinsätzen. Für Menschen in der Krise ist ein solches Erlebnis alles andere als förderlich. Ich kann mir die Situation nur so erklären, dass Ihr Psychiater einen Notfallpsychiater alarmierte, da er befürchtete dass Sie sich etwas antun könnten. Bei vermuteter Suizidgefahr haben die polizeilichen Behörden den Auftrag, Sie quasi vor sich selbst zu schützen. Als Sie verständlicherweise nicht gleich die Tür öffneten, sah sich die Polizei wohl dazu verpflichtet, sich Zugang zu Ihrer Wohnung zu verschaffen. 

Es hätte sein können, dass Sie gerade versuchen sich das Leben zu nehmen. In solchen (FU) - Situationen sind Polizistinnen und Polizisten häufiger selbst sehr verunsichert, da Ihnen das Fachwissen und die Erfahrungen im Umgang mit psychisch kranke Menschen in Krisensituationen fehlt. 

Konkret haben Sie die Möglichkeit:

Sich z.B. bei einer Ombudsstelle (sofern vorhanden) oder direkt beim Polizeikommando oder der entsprechenden Verwaltungsstelle zu melden und die Situation zu schildern. Dies kann dazu beitragen, dass die Polizei für solche Situationen zu sensibilisieren und unterstützend die Bemühungen u.a. von Seiten der Angehörigenvereinigung (VASK), die sich dafür einsetzt dass Polizistinnen und Polizisten bereits im Rahmen ihrer Ausbildung im Umgang mit betroffenen Menschen geschult werden.