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Was ist Autismus?


Seit dem Film "Rain Man" aus dem Jahr 1988 ist Autismus fast allen ein Begriff. Viele denken dabei an hochbegabte Sonderlinge, die in ihrer eigenen Welt gefangen sind.

Stimmt dass?

Alfred Widmer räumt mit dem Vorurteil auf und erklärt, warum eher das Gegenteil zutrifft. Menschen mit Autismus können oft nur ihre eigene Welt genau erkennen. Die Aussenwelt nehmen sie häufig nur in Teilen wahr, verschwommen, chaotisch und logisch nicht nachvollziehbar. Es gibt Autisten, die schwer beeinträchtigt sind, auch kognitiv, und trotzdem ein reiches Innenleben haben. Und solche, die weniger stark betroffen sind, manche mit überdurchschnittlich kognitiven Fähigkeiten. 

Alltag nach Plan: 

Eine Inselbegabung wie die von Dustin Hoffmann im Film hätten nur ein paar Prozent der Autisten. Das sind jene, die etwa den Kalender auswendig können oder Mathe Genies sind. Was hingegen alle Autisten verbindet, ist das Etikett, in der eigene Welt gefangen zu sein.

Trifft dies zu?

Autisten können sehr wohl in ihren eigenen Abläufen gefangen sein. Das passiere zum Beispiel dann, wenn sie kein verbindliches Umfeld vorfinden. Denn der Alltag von autistische Menschen müsse bis ins Detail sinnvoll strukturiert und vorhersehbar sein. Treffen sie auf Spontanes und Intuitives, bringt sie das in Stress und Not. 

Frei können sich nur fühlen, wer auch eine Wahl haben. Und diese Wahlfreiheit müsse durch die Umwelt gegeben sein. Zum Beispiel in Familie und Schule: Die Lebensbedingungen müssen dem Autisten angepasst werden und nicht der Autist den Lebens-Bedingungen. Sonst erfahren sich Betroffene stets als hilflos und gefangen.

Immer das Detail im Blick:

Autismus ist aber kein Defizit. Wahrnehmung Besonderheiten in allen Sinnes Kanälen. Autisten fokussieren aufs Detail, statt das Ganze zu sehen. An einem Hund fällt ihnen etwa nur der eine Punkt auf dem Fell statt das ganze Tier. Für Betroffene ist es zudem schwierig non-verbale Codes zu deuten. Fragt jemanden einen Autisten: Hast Du ein Lieblingsessen? sagt er logisch Antwort 

etwa: Ja. Er weiß aber nicht, dass er auch sagen sollte welches. Solche sozialen Normen und Konventionen müssen Menschen mit Autismus auswendig lernen, was sie oft viel Anstrengung koste. Dass Menschen ohne Autismus stark abhängig sind von Eindruck anderen Menschen und somit nicht wirklich frei in ihrem Dasein. 

Autisten hingegen würden den sozialen Druck oft gar nicht erkennen.