Psychische Erschütterungen und alles drum herum.       Wie sie entstehen, mit ihren Spätfolgen!
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Teure Ambulanztransporte - Wer zahlt?

Meine Erwachsene Tochter fügt sich aufgrund ihrer psychischen Beeinträchtigung immer wieder Schnittverletzungen zu, die manchmal lebensbedrohlich sind. Außenstehende rufen dann meistens die Ambulanz. So kam es, dass meine Tochter letztes Jahr mehrmals mit der Ambulanz ins Spital gefahren wurde, obwohl sie damit nicht einverstanden war und ein solcher Transport auch nicht immer nötig gewesen wäre. Nun steht sie vor einem Schuldenberg von mehreren Tausend Franken, da ihre Krankenkasse geltend macht, sie müsse pro Jahr maximal 500 Franken der Transportkosten übernehmen. Ist dies zulässig?

Es ist tatsächlich so, dass die obligatorische Krankenpflegeversicherung pro Jahr höchstens Fr. 500.- für medizinisch notwendige Transporte übernimmt!

Da der Gesetzgeber aber je nach Schweregrad der Verletzungen bzw. der (Notfall-) Situation eine unterschiedliche Kostenübernahme vorsieht, sind die Anforderung an einem Transport aus medizinischer Sicht zu beurteilen. Wenn jemand für Ihre Tochter (oder sie selber) eine Ambulanz ruft, stellt sich die Frage, ob ein solcher Transport tatsächlich nötig ist. Laut Ihrer Einschätzung war dies nicht immer der Fall. Könnte Ihre Tochter selber mit dem Auto oder einem Taxi ins Spital fahren, muss die Krankenkasse die Kosten selbst dann nicht übernehmen. Wenn eine Drittperson die Ambulanz gerufen hat. Falls Ihre Tochter nicht mit der Ambulanz mitfahren will und in dieser Situation urteilsfähig ist, kann sie nicht dazu gezwungen werden.

Zum anderen übernimmt sie bei sogenannten Rettung 50 % der Kosten bis maximal Fr.-5000 pro Jahr. Um eine Rettung handelt es sich, wenn in einer Notfallsituation eine drohende Lebensgefahr abgewendet werden muss. Ich empfehle Ihre Tochter abzuklären, ob letztes Jahr einzelne Transporte aufgrund von lebensbedrohlichen Verletzungen nötig waren, die den Anforderungen einer Rechnung und nicht nur eines medizinisch bedingt. Ihre Tochter kann dies gegenüber der Krankenkasse z.B. mit dem: Protokoll des Rettungsdienstes  belegen. Um ein solches zu erhalten, müsste sie beim Rettungsdienst ein Gesuch um Einsichtnahme einreichen. 

Geht daraus hervor, dass es sich um eine Rettung handelt, kann Ihre Tochter die hälfte Übernahme der Transportkosten durch die Krankenkasse bis maximal Fr.-500.00 pro Jahr verlangen.