Psychische Erschütterungen und alles drum herum.       Wie sie entstehen, mit ihren Spätfolgen!
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Polizeieinsatz bei FU - Ist dieses Normal?

Kürzlich bin ich per Fürsorgerische Unterbringung (FU) in die Klinik eingewiesen worden. Die Umstände, unter denen Polizei dieser (FU) umsetzte, lassen mir keine Ruhe und ich suche nach einer Möglichkeit, mich nachträglich dagegen zu wehren. Ich leide seit längerem unter immer wiederkehrenden depressive Episoden mit Suizidgedanken. Während einem Besuch beim Psychiater äußerte ich mich auch dahingehend das ich mir aktuell wieder vermehrt überlege, meinem Leben ein Ende zu setzen. 



Ich wollte jedoch nicht in eine Klinik, obwohl mir dies mein Psychiater nahelegte. Ich ging also wieder nach Hause und zog mich in mein verdunkeltes Schlafzimmer zurück, um einfach alleine zu sein. In der Nacht, so gegen 01.30 Uhr polterte die Polizei die sich laut rufend als solche zu erkennen gab, an meine Tür fordern mich auf diese sofort zu Öffnen. Ich erschrak und reagierte zunächst nicht. Das Poltern ging weiter. Ich rief man sollte mich in Ruhe lassen, da ich alleine sein möchte. Nach kurzer Zeit standen etwa acht Polizisten in Begleitung eines Notfallpsychiater in meiner Wohnung. 



Meine Haustüre hatten sie aufgebrochen. Wie es erscheint wurden auch die Nachbarn "mobilisiert": Sie standen vor dem Haus als die Polizei mich im Schlafanzug, ohne Schuhe in Handschellen abführte. Für mich war dies ein Horror Erlebnis. Ist ein solcher Umgang mit einem Menschen in einer psychischen Krisensituation normal? 


Die Art und Weise eines solchen Einsatzes erschreckt mich auch und erscheint mir unverständlich

Leider kommt es bei (FU) nach wie vor immer wieder zu solchen Unverhältnismäßiger Polizeieinsätzen. Für Menschen in der Krise ist ein solches Erlebnis alles andere als förderlich. Ich kann mir die Situation nur so erklären, dass Ihr Psychiater einen Notfallpsychiater alarmierte, da er befürchtete dass Sie sich etwas antun könnten. Bei vermuteter Suizidgefahr haben die polizeilichen Behörden den Auftrag, Sie quasi vor sich selbst zu schützen. 



Als Sie verständlicherweise nicht gleich die Tür öffneten, sah sich die Polizei wohl dazu verpflichtet, sich Zugang zu Ihrer Wohnung zu verschaffen. Es hätte sein können, dass Sie gerade versuchen sich das Leben zu nehmen. In solchen (FU) - Situationen sind Polizistinnen und Polizisten häufiger selbst sehr verunsichert, da Ihnen das Fachwissen und die Erfahrungen im Umgang mit psychisch kranke Menschen in Krisensituationen fehlt. 



Konkret haben Sie die Möglichkeit:

Sich z.B. bei einer Ombudsstelle (sofern vorhanden) oder direkt beim Polizeikommando oder der entsprechenden Verwaltungsstelle zu melden und die Situation zu schildern. Dies kann dazu beitragen, dass die Polizei für solche Situationen zu sensibilisieren und unterstützend die Bemühungen u.a. von Seiten der Angehörigenvereinigung (VASK), die sich dafür einsetzt dass Polizistinnen und Polizisten bereits im Rahmen ihrer Ausbildung im Umgang mit betroffenen Menschen geschult werden.