Psychische Erschütterungen und alles drum herum.       Wie sie entstehen, mit ihren Spätfolgen!
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Auch Männer werden geschlagen! 

Nicht nur Frauen werden Opfer von häuslicher Gewalt. Auch Männer melden sich öfter bei der Fachstelle. Er schlägt sie. Dieses unschöne Szenario wird in den letzten fünfzig Jahren immer häufiger thematisiert, die Bevölkerung immer mehr für Gewalt in Beziehungen sensibilisiert. Dennoch wird unter dem Begriff:   

  • häusliche Gewalt,

immer noch primär die Frau als Opfer verstanden. Die Schweiz will diesem Vorurteil entgegenwirken und lancierte deshalb die Kampagne:

  • Fachstelle Häusliche Gewalt: "Ein Angebot auch für Männer."

Ein Fünftel sind männlich:

Bereits heute haben sie oft mit männlichen Opfer zutun, schreibt die Fachstelle. In 14 von den 257 Fällen, welche im Jahr 2017 bearbeitet wurde, sei der Mann geschlagen worden. In 50 weiteren Fällen kam es zu gegenseitiger Gewalt. Zusammengenommen ist also rund ein Fünftel der Betroffene, die der Fachstelle bekannt sind, männlich.

Frauen sind spontaner:

Die Zahlen der Schweizerische Fachstelle würden nur einen kleinen Teil abbilden, ist sich diese sicher. Fachleute gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Es gebe verschiedene Gründe, weshalb sich Männer weniger schnell Hilfe suchen als Frauen. Sei es aus:

  • Scham
  • die Furcht vor gesellschaftlichen Unverständnis  
  • Angst davor, die Kinder zu verlieren. 

Internationale Untersuchungen kamen zudem zum Schluss, dass sich Männer oft durch ein Systematisches Gewalt und Kontrollverhalten auszeichnen. Frauen hingegen würde Gewalt viel spontaner ausüben als die Männer. Auch geht es nicht immer um körperliche Gewalt, sondern eher um Beleidigungen oder Erniedrigungen.  

Sind Ohrfeigen okay? 

In der Schweiz zählen Ohrfeigen, Fußtritte und andere Übergriffe auf Kinder oft noch zum Erziehungsalltag. Und plötzlich rutscht die Hand aus. Der kleine Sohn quengelt, die Teenagertochter ist frech, der Chef verlangt Überstunden. Gewalt von Eltern an ihren Kinder ist auch in der Schweiz verbreitet mit:

  • Ohrfeigen - Fausthieben - Gürtelschläge - sexuellen Übergriffen - Erniedrigungen - Beschimpfungen 
  • Jedes fünfte Kind wird zu Hause massive Gewalt erleben; zwei von fünf Kindern werden geohrfeigt, gestoßen oder hart angefasst

Die Folgen sind massiv:

Kann ein Gesetz Gewalt in der Erziehung verhindern? 

  • Verhalten lässt sich nicht durch Gesetze verändern; ein Züchtigungsverbot kann aber das Bewusstsein schärfen 
  • Vor allem müsste die Lebensbedingungen der besonders belastete Familien verbessert werden!

Gewalt ist nicht unbedingt Ausdruck entsprechender Überzeugungen, sondern steht häufig in Zusammenhang mit:

  • sozialen Belastungen und mit dem Erfolg von Stress. 

Gewaltbereite Eltern sind überfordert

Sie werden von ihren Gefühlen überschwemmt, fühlen sich ohnmächtig und hilflos. Sie wissen es einfach nicht besser. Es gehe nicht um böse, sondern um überforderte Väter und Mütter. Was immer die Gründe für Gewalt seien: Kinder müssten geschützt werden. Denn die Folge von Gewalt sind erheblich: 

  • unsichere Bindungsmuster
  • schwere Bindungsstörungen
  • somatische Beschwerden
  • Depressionen im Erwachsenenalter
  • Angststörungen
  • Sucht

Ich kenne einige oben erwähnte Folgen von Gewalt (Schwarz Markiert) die ich vor allem in der Schule erleben musste. Je jünger ein Kind und je massiver die Gewalt ist, desto gravierender die Schädigung. Wenn Eltern bei sich Gewaltbereitschaft spüren, sollten sie die Scham überwinden und bei den Fachleuten Hilfe holen. 

Schläge machen es schlimmer!

Eine überraschende hohe Zahl von Eltern erzieht ihre Kinder mit Körperstrafen. 

  • Ein klaps auf den Po gilt laut Kinderschutz als körperliche Gewalt. 

Was ist daran so schlimm? Bei einem Erwachsenen Verwandten oder einem Arbeitskollegen kämen wir nie auf die Idee, ihn körperlich zu züchtigen, wenn er sich nicht nach unseren Vorstellungen benimmt. Das wäre klar Gewalt. Wenn ein Klaps auf den Po dazu dient, ein Kind in seine Grenzen zu weisen und ihm Schmerzen zuzuführen, ist das genauso Gewalt. 

  • Für ein 5 jähriges, gerade mal einen Meter großes Mädchen ist ein kleiner Klaps zudem oft schmerzhafter und bedrohlicher, als es Erwachsene einschätzen. 

Oder es gewöhnt sich daran und gehorcht trotzdem nicht:

Genau, Kurzfristig hat ein Schlag auf den Hintern vielleicht die gewünschte Wirkung. Langfristig machen Schläge das Verhalten schlimmer. Bestraft man Kinder für mangelnde Selbstkontrolle, fällt es ihnen schwerer, sich künftig zu beherrschen. Sie lernen vielleicht, sich in der Gegenwart von Eltern oder Lehrern zu benehmen. Aber was ist, wenn keine Autoritätsperson zusieht?

Rund die Hälfte der Eltern wenden körperliche Strafen an:

Die Ansicht, dass es halt ab und zu einen Klaps oder eins hinter die Ohren braucht, ist bei uns immer noch sehr gängig. Also werden diese Mittel auch angewendet. Sogar dann, wenn die Eltern Gewalt in der Erziehung prinzipiell ablehnen, passiert es, dass sie trotzdem zuschlagen, wenn sie im Alltag in Situationen geraten, die sie überfordern. Kommt das öfter vor, fühlen sich die Kinder gedemütigt und nehmen die Eltern mit der Zeit als Bedrohungen wahr. Sie lernen zudem, dass man sich mit Gewalt durchsetzen kann, was entwicklungs psychologisch fatale Folgen haben kann.

Solche Kinder werden öfter straffällig, sie leiden als Erwachsene eher an Angststörungen und neigen eher zu Drogen oder Alkoholmissbrauch als Kinder, die gewaltfrei aufgewachsen sind. 

70 Prozent der Eltern bestrafen ihre Kinder psychisch, etwa mit Drohungen oder Beschimpfungen:

Wo genau ist da die Grenze zu Gewalt? Wenn schimpfen bedeutet, seine eigene Position klar zumachen und deutlich "Nein, ich möchte das so nicht" zu sagen, ist das per se nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Aber wenn das Ziel ist, den Sohn zu demütigen oder der Tochter zu drohen, sprechen wir von psychischer Gewalt. Denn da wird Einschüchterung als Erziehungsmittel eingesetzt. Schlechte Chance haben, zu selbstbewussten und emotional stabilen Erwachsene heranzuwachsen. 

Scheitern Eltern vor allem an den eigenen Ansprüchen?

Ich denke, es sind primär die romantisierten Vorstellung vom Kinder haben. Ratgeber und Medien gaukeln uns ja unentwegt vor, wir könnten den idealen Menschen erziehen, wenn wir es nur richtig machen. Das ist natürlich Blödsinn. Hinzu kommt, dass die Erziehung wahrscheinlich der einzige Lebensbereich ist, von dem wir glauben, zu 100 Prozent selber entscheiden zu können, was richtig ist und was nicht. 

Wie machen Sie das?

In vielen Bereichen unseres Lebens sind wir anderen ausgeliefert. Der Chef sagt, was wir im Job zu tun haben, die Steuerverwaltung sagt, wie viel wir bezahlen müssen. In der Erziehung eines Kindes könnten wir endlich das tun, was wir persönlich für gut und wichtig halten. Darum haben wir auch so hohe Ansprüche, die leider oft zum Stolperstein werden. 

Starke Kinder brauchen starke Eltern

Was machen solche Eltern, wenn ihr Kind an der Supermarkt Kasse einen Tobsuchtsanfall erleidet, weil es keine Smarties haben darf? Starke Eltern gestehen sich erst einmal ein, dass sie nicht alles sofort lösen können. Wichtig ist es, die eigene Wut in den Griff zu bekommen, bevor man sich zu einer Ohrfeige hinreißen lasst, die man im Nachhinein bereut. Da helfen ganz normale Alltagsstrategien, die wir Stressbewältigung nutzen. Etwa innerlich auf 10 zählen oder tief durchatmen, damit man Distanz zur Situation schafft. Hat man sich beruhigt, ermahnt man sein Kind auf bestimmte Weise und versucht, es möglich schnell aus der Situation herauszuholen, damit es sich ebenfalls beruhigen kann.

Kinderschutz geht uns alle etwas an!

Kitapersonal und Sporttrainer müssen genauer hinschauen! Kita Mitarbeiter Mitarbeiterinnen, Sporttrainer oder Musiklehrer sollen künftig verpflichtet sein, bei Verdacht auf Gefährdung des Kindes wohl die Behörden zu informieren. Allerdings nur:

  • wenn konkrete Hinweise vorliegen. 

Heute müssen nur Personen in amtlicher Tätigkeit beispielsweise Lehrer und Sozialarbeiter bei Verdacht auf Gefährdung des Kindeswohls die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) informieren. Weil Kleinkinder selten mit Amtspersonen in Kontakt kommen, wird der Kreis nun erweitert. Meldepflichtig sind neu alle Fachpersonen, die beruflich regelmäßig mit Kindern Kontakt haben, also auch Kita Mitarbeitende, Sporttrainer oder Musiklehrer. 

Jährlich müssten über 1500 Kinder deswegen in Spitäler behandelt werden. Meldungen sollen nur erfolgen, wenn konkrete Hinweise vorlägen, dass die körperliche, psychische oder sexuelle Integrität einer minderjährigen Person gefährdet sei. Diese Voraussetzung müsste auch dann erfüllt sein, wenn jemand freiwillig eine Meldung machen möchte. Es müssten sozusagen harte Fakten vorliegen: 

  • Blaue Flecken oder ein gebrochener Arm. 

So soll die meldepflichtige Person anstelle der (KESB) die vorgesetzte Person informieren können. 

  • Mehr Warnhinweise an die Kindesschutzbehörde (KESB).

Das Motto: Im Zweifelsfall handeln ist gefährlich. 

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es zu viele Meldungen geben, und viele unschuldige Eltern werden ins Visier der (KESB) geraten. Kinder könnten ihre Eltern weggenommen werden und zu Pflegeeltern oder ins Heim kommen. 

  • Das ist für alle traumatisch, für die Eltern wie fürs Kind.  

Natürlich ist eine solche Lösung angezeigt, wenn das Kind zu Hause ernsthaft bedroht ist. Doch es könnte auch sein, dass Eltern vorübergehend überfordert sind, aus welchen Gründen auch immer, und tatsächlich ihr Kind ein, zweimal geschlagen haben, es aber lieben und ihm ein stabiles Zuhause bieten. Da würde eine Intervention mehr schaden als nützen. Das Leid, das auf diese Weise ausgelöst wird, ist riesig. 

Das Ganze ist gut gemeint. Es ist schrecklich, wenn Kinder misshandelt werden. Hat eine Betreuungsperson den Eindruck, dies treffe zu, soll das unbedingt melden. 

  • Nur es ist nicht nötig, daraus eine Pflicht zu machen. 

Mann sollte sich genauer überlegen, was das bedeutet. Die Leute wollen es ja gut machen. Sie werden genau hingucken und im Zweifel alles mögliche melden. Vielleicht hat das Kind blaue Flecken, weil es beim Schlitteln auf den harten Schnee gefallen ist. Das kann die Betreuerin nicht wissen.