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Der Druck auf die Schwächsten steigt in den Behindertenwerkstätten


Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, wie die Krise die Behinderten Werkstätten ans Limit bringt, und die Menschen belastet. Schnellere Fließbandarbeit, Überstunden, Budgetkürzungen die Wirtschaftskrise trifft die Behindertenwerkstätten mit voller Wucht. Von den über 95`000 Behinderten, die sich abgeschottet von der Öffentlichkeit in den Schweizer Werkstätten eigentlich integrieren wollen, geraten immer mehr an ihren Grenzen. "In den meisten Kantonen in der Schweiz ist die 

Situation der Behinderten Werkstätten sehr angespannt".


Wir haben Schwierigkeiten, Märkte für unsere Dienstleistungen zu finden, weil der Franken einfach zu hoch ist und unsere Kunden deshalb auf osteuropäischen Firmen ausweichen. In den Modernen Fabriken sind die Behinderten spezialisiert auf Verpackungen und auf Montage Arbeiten diverse Artikel. Arbeiten mit geringer Wertschöpfung, die überall in Europa teils zu Dumpingpreisen angeboten wird. Es werden laufend Aufträge gestrichen. "Wir müssen heute flexibler und günstiger sein, aber gleichzeitig unsere einwandfreie Qualität aufrechterhalten". 

Das bereiteten unter den Werkstätten sehr großes Kopfzerbrechen. In den Werkstätten zählt nur noch, möglichst viel Geld zu machen. Wir mussten laufend mehr schaffen in immer weniger Zeit sagt ein Betroffener mit einer 100 Prozent IV- Rente. Der Mann hat immer wieder epileptische Anfällen. Die Einzige, die ihn vor seinen Krämpfen warnen kann, ist seine Labrador Hündin. Schließlich hat ihn seine Behindertenwerkstatt verboten, die Hündin mit zur Arbeit zu nehmen. 








Um die Produktivität zu steigern, setzen einige Werkstätten die Behinderten auch am falschen Ort ein, bis es zu Unfällen kommt. Zeugen berichteten dass eine Frau trotz Schmerzen beim Bügeln eingesetzt wurde. Eine Frau trotz Glasknochen Krankheit in einer Telefonzentrale eingesetzt wurde. Prompt habe sie sich den Arm bei der Bedienung eines nicht behindertengerechten Telefons gebrochen. Der härtere Wettbewerb führt mitunter gar zu einer Selektion der Behinderten wie auf dem regulären Arbeitsmarkt. Um die Produktivität unsere Werkstätte zu steigern, wurde bei uns gezielt schwach behinderte Personen, die viel leisten, bevorzugt erzählt eine Frau, die in  der Administration einer Werkstätte arbeitete. 


Sie wurde angehalten, in der obligatorischen Probezeit der Behinderten gezielt die Leistungsfähigen auszuwählen. Versuchen einfach, die Perlen zu finden, hätten ihr Leiter gesagt. In einer Zehnergruppe brauche es mindestens sechs Leistungsträger, um das Tempo zu halten. Wenn einer von diesen später in den normalen Arbeitsmarkt gehen wollte, hätten die Leiter  stets versucht, sie davon abzubringen. Für die stärker Behinderten kann dies zur Belastung werden. Deshalb weichen viele, die den Druck nicht mehr aushalten, auf sogenannte Beschäftigungsstabilitäten aus. Anders als die Werkstätten sind diese nicht profitorientiert und stellen meist Dekoration Objekte her, die kaum verkäuflich sind. 


Die Statistiken verzeichnen einen Anstieg dieser Institutionen. Einige Werkstätten kommen zusätzlich unter Druck, weil ihnen die Kantone die Mittel kürzen. Früher wurden die Werkstätten vom Bund subventioniert. Heute übernehmen die Kantone je nach Fall 30 bis 70 Prozent der Kosten. Seit Jahren streichen die Kantone einige Millionen Franken Beiträge für die Werkstätten, die Sie gut gebrauchen könnten.