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Mobbing am Arbeitsplatz - was nun?


Ein Angestellter ist verzweifelt: Seit er mit einem neuen Arbeitskollegen den Computer teilen muss, verschwinden regelmäßig Daten. Manchmal erhält er wichtige Informationen nicht und kann an Sitzung deswegen nicht mitreden. Der Chef rügt ihn ein erstes Mal, weil er eine Arbeit nicht fristgerecht abliefert hat. Der Angestellte beginnt, an Schlaflosigkeit zu leiden, wird immer häufiger krank, wird schließlich entlassen - ein typischer Fall von Mobbing? 


Was ist Mobbing? 


Informationen vorenthalten, anpöbeln, ausgrenzen. Mobbing ist vielschichtig und kann Betroffene zermürben. Frühzeitige Beratung hilft. Aber: Nicht jedes böse Wort, jeder lautstarke Streit oder Kleinkrieg unter Angestellten ist Mobbing. Mobbing bedeutet anpöbeln, angreifen, ausgrenzen. Es steht für böswillige Handlung von einem oder mehreren Mitarbeitenden, die gegen eine/-n Arbeitskollege/-in gerichtet sind und die kein anderes Ziel haben, als diese/-n langfristig zu schikanieren. Dazu gehört sich über jemanden lächerlich zu machen, diffuse Kritik zu üben, ohne konkret zu werden, jemanden zu ignorieren, wichtige Informationen vorzuenthalten oder jemanden zu verleumden. Für die juristische Beurteilung werden oft die Kriterien von Heinz Leymann, führendem Mobbing - Wissenschaftler, herangezogen.


Dabei handelt es sich um Mobbing wenn: 


  • systematische Angriffe gegen eine Person ausgeübt werden, welche zum Ziel haben die Betroffenen auszugrenzen
  • diese Handlung lange andauernd (ca. 6 Mt.)
  • wiederholt stattfinden (ca. 1 mal pro Wo.)
  • gesundheitliche Folgeschäden für die Betroffene haben


Mobbing und Arbeitsklima


In einem guten Arbeitsklima hat Mobbing wenig Chancen. Einerseits wirken sich faire und transparente Strukturen aus, anderseits ist aber auch das Engagement des/der Vorgesetzten Bedingung. Denn das Verhindert von Mobbing ist eine Führungsaufgabe. Ob sich aus einer angespannten Situation ein Mobbing entwickelt, hängt einerseits vom Verhalten des Mobbenden, anderseits vom Empfinden  und den Reaktionen der gemobbten Person ab. Es ensteht vor allem dort, 


  • wo eine lang andauernde Phase von Stress des Arbeitsklima belastet
  • wo aufgrund von wirtschaftlichen Druck Reorganisationen durchgeführt werden, was die Macht neu verteilt und Kämpfe um die Arbeitsplätze auslösen kann
  • Wo unzureichend geführt wird 


Reaktion verhindert Eskalation


Oft nehmen die Betroffenen die Mobbinghandlungen zu Beginn gar nicht richtig wahr. Wenn die Angriffe aber zunehmen, leidet das Selbstbewusstsein der Betroffenen. Sie verlieren zunehmend an Ansehen am Arbeitsplatz. Die Arbeitskolleg / -innen beginnen, sich zu distanzieren und unterschlagen Informationen. Leistungsdruck, unklare Kompetenzen und Verantwortung, mangelhafter Führungsstil, unzufriedene Arbeitskolleg / -innen und drohender Stellenabbau können Mobbing Handlungen begünstigen. Mobbing kann nur geschehen, wenn sich niemand im Team oder von den Vorgesetzten um diese Dinge kümmert. 


Ein Mobbing - Opfer leidet schwer unter psychische Störungen sowie unter körperlichen Krankheitssymptomen. Betroffene werden von Selbstzweifel und der Angst, den Verstand zu verlieren. Sie leiden häufig unter Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen oder Antriebslosigkeit, Rückenschmerzen, Durchfall, Kopfweh. Im Extremfall kann Selbstmord die letzte Konsequenz von Mobbinghandlungen sein. Deshalb ist es sehr wichtig, zu reagieren, bevor die Situation eskaliert. Suchen Sie Rückhalt. Reden Sie mit einem / einer Kollegen oder Kollegin, suchen Sie den Kontakt zu Ihrer/-m Vorgesetzten und nehmen Sie un jedem Fall  Kontakt mit der Sozialberatung auf. 


Tipp: (siehe unter Links, dort gibt es einige Anlaufstellen zum Thema Mobbing)