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Himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt: Jeder Mensch kennt Stimmungsschwankungen. Das ist ganz normal und entspricht der jeweiligen Lebenslage. Sind sie jedoch phasenweise übertrieben, anhaltend und der aktuellen Situation nicht entsprech-end, kann eine Störung vorliegen. Diese Erkrankung, früher als manisch depressive Krankheit bezeichnet, gehört zu den häufigsten psychischen Störung überhaupt. Eine Erkrankung berührt aber nicht nur die Stimmung: Das Denken und der Körper sind gleichsam betroffen. Dies führt zu einer beträchtlichen Einschränkung der Lebensqualität sowie der beruflichen 

und sozialen Leistungsfähigkeit. Durch die Erkrankung werden auch die Angehörigen, Partner und Freunde belastet oder gar überfordert. Mindestens 30% der Betroffenen unternehmen einen Selbstmordversuch und 30% sterben in dessen Folge. Trotz der großen Tragweite dieses Leidens ist die Aufklärung in der Öffentlichkeit immer noch mangelhaft. Bei Schätzung-weise weniger als 50% der Betroffenen wird die korrekte Diagnose gestellt und eine Behandlung eingeleitet. Von den ersten Symptomen bis zur richtigen Diagnose und Behandlung dauert es etwa zehn Jahre. Nur wenige Betroffene wissen also um 

ihre Krankheit und finden den Weg zu fachlicher Hilfe. Durch eine rechtzeitige Diagnose und eine gezielte Behandlung lässt sich der Krankheitsverlauf wesentlich verbessern. In der medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlung der Erkrankung haben sich in den letzten Jahren enorme Fortschritte ergeben. Eine Erkrankung ist weder Ausdruck von Unvermögen noch von einer schwachen Persönlichkeit:  Jeder kann von ihr betroffen werden!


Vorurteile gegen sozial Schwache und Behinderte




In einer Gesellschaft, die Erfolg und Leistungsfähigkeit zum Leitbild erhebt, haben es Behinderte und sozial Schwache schwer. Sie werden ausgegrenzt, als: "Versager und Faulenzer wahrgenommen." Menschen, die man gemeinhin als sozial schwach betrachtet, erfahren immer wieder stille Ausgrenzung und offene Feindschaft. Ein Teil der Bevölkerung folgt dabei pauschalen Urteilen, betrachtet Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, aber auch Behinderte als Störfaktor in einer auf Leistung und Konkurrenz ausgerichteten Gesellschaft. 


Sozial Schwache als Feindbild 




Der "Sozialbetrüger", der es sich auf Kosten der Allgemeinheit in der "sozialen Hängematte" bequem macht, ist eine bekannte Figur der öffentlichen Debatte. Medien versorgen das Publikum regelmäßig mit Geschichten über "Schmarotzer", die mit listigen Tricks die Sozialämter um hunderttausende von Frank-en prellen. Die Leser können den Eindruck gewinnen, große Teile des Schweizerischen Sozialbudgets wanderten in die Taschen gewitzter Nichtstuer, denen Verwaltung und Steuerzahler hilflos aufsitzen. Während der "asoziale" Trickbetrüger die Sensationsnachricht beherrschen, ist auf der Strasse 

der Wohnungslose der sichtbare verletzter. Als Penner, Alki usw.. tituliert, sieht er sich dem Vorwurf ausgesetzt, er habe sich die Lebensform frei gewählt. Im Vertrauen darauf, dass ihn die Allgemeinheit subventioniert. Wie andere Vorurteile sind auch die gegen sozial Benachteiligte erlernt. Eltern, die ihre Kindern Wohnungslose als warnendes Beispiel präsentiert, setzen den Lernprozess in Gang. Auch das abfällige Reden über Sozialhilfeempfänger fördert das Entstehen entsprechender Kategorien bei den Nachwachsenden. Das Leitbild des Erfolgreichen und Leistungsfähigen macht den sozial Schwachen zum Norm 







 

Verletzers. Der Beobachter, der nur den "Versager" oder "Faulenzer" wahrnimmt. Dass mancher Steuerhinterzieher für die Allgemeinheit mehr Kosten verursacht als viele Sozialhilfe Klienten, führt beim Steuerhinterzieher nicht zu einer vergleich-baren Stigmatisierung. Darüber hinaus geht die Feindschaft gegen sozial Schwache, oft auf der Fiktion der Vollbeschäftig-ung. Sie drückt sich im Alltag in der Parole aus: "Wer arbeiten will, findet auch Arbeit" Die pauschale Herabsetzung von Sozialhilfeempfängern und Arbeitslosen erhält ihre Schärfe im Ausblenden der wirtschaftlichen Realität, besonders der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und der Ausgesteuerten Arbeitslosen.  


 

Vorurteile gegen Behinderte




Während gegenüber sozial Benachteiligten ein vorwurfsvoller und lauter Ton herrscht, vollzieht sich die Ausgrenzung Behind-erter leiser. Viele Behinderte: "sehen sich isoliert, weil Nichtbehinderte sie aus Angst, falsch zu reagieren, zu übersehen versuchen." Wo Kontakte zustande kommen, bleiben sie oft befangen, etwa weil Nicht-behinderte in ihrer Unsicherheit die Behinderung ihres Gegenübers krampfhaft, um der Situation den Anschein der Normalität zu geben. Dabei leiden Behinderte oft weniger darunter, dass Nichtbehinderte etwas Falsches sagen, als darunter, dass sie das Gespräch von vornherein 

vermeiden. "Die Trennung zwischen Behinderten und Nichtbehinderten im Alltag ist ein Grund für die Hilflosigkeit." "Würden man sich öfter begegnen, könnte sich das Verhalten entspannen." Behinderte berichten, dass man ihnen den Zutritt zu Lokalen verwehrt oder dass Fluggesellschaften es ablehnen, sie mitzunehmen. Der Zugang zum Arbeitsmarkt erweist sich als schwierig. "Behinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - so denken viele Arbeitgeber - passten nun einmal nicht in das Bild eines modernen Unternehmens." "Behinderte Menschen könnten vielleicht imageschädigend sein."


Normalität und Abweichung 




Vorurteile gegen Behinderte gehört zum gesellschaftlichen Wahrnehmungsmustern die schon Kinder im Laufe ihres Hineinwachsens in die Gesellschaft, ihrer Sozialisation, erlernen. Die entsprechende Vorstellung spiegelt Kinofilme und Märchen wieder, in denen körperliche Abweichungen oft das Böse kennzeichnen Die Hexe in "Hänsel und Gretel" etwa ist bucklig und hässlich Andere körperliche Entstellungen sind Strafen. Weil Konrad, der Daumenlutscher aus "Struwwelpeter", das Lutschen nicht lässt, schneidet ihm der Schneider mit einer Schere beide Daumen ab. 








Die Guten dagegen sind oft Ausprägungen des herrschenden Schönheitsideals, ob es im Märchen die "schöne Prinzessin ist oder im Hollywood film die gefeierte Diva." Populäre Kultur, Werbung und die für den beruflichen Erfolg vorausgesetzten Anforderungsprofile folgen dem Ideal des Gesunden, Schönen und Leistungsfähigen.